Handelsblatt ist Pflichtlektüre für Anlageberater
Der BGH hat in einer Entscheidung (Az: III ZR 302/08) festgestellt, dass sich ein Anlageberater pflichtwidrig verhält und sich schadensersatzpflichtig macht, wenn er einem Anleger zu einer Anlage rät, die negativ in der Presse aufgetreten sind. Der BGH hält es für erforderlich, dass sich ein Anlageberater tagesaktuell über die von ihm angebotenen Produkte in der Wirtschaftspresse (u.a. Handelsblatt) informiert.
März 23rd, 2010 von
RA Carsten Krois | Verbraucherrecht
“Abnehmen im Schlaf” kann irreführend sein
Das LG Kassel (Az. 11 O 4138/09) gab der Wettbewerbszentrale in diesem Fall recht.
Der Anbieter, der mit dem Slogan “Abnehmen im Schlaf” geworben hatte, konnte die Wirksamkeit der beworbenen Methode nicht mit wissenschaftlich fundierten Gutachten belegen.
März 18th, 2010 von
RA Carsten Krois | Verbraucherrecht , Wettbewerbsrecht
Der Planer und die Akquise
Immer wieder stehen Planer vor der Frage, wann die Aquisetätigkeit endet und die zu honorierende Leistung beginnt. Der BHG hat in einem Beschluss vom 07.05.2009 (Az: VII ZR 228/08) festgestellt, dass ein Vertrag vorliegt, wenn eine Einigung über den Vertragsgegenstand zustande gekommen ist und die Art und der Umfang der vereinbarten Leistungen einvernehmlich festgelegt sind. Handelt es sich hierbei nicht um eine Leistung nach HOAI ist diese nachvolziehbar zu beschreiben, bei Leistungen nach HOAI sollten Planbereich und Leistung(sphase) dokumentiert werden.
Nicht notwendig ist hingegen die Vereinbarung eines Honorares, im Zweifel ist die ortsübliche Vergütung der Leistung anzusetzen.
März 18th, 2010 von
RA Carsten Krois | Baurecht , Verbraucherrecht
Steuerwirksame Gestaltung des Zuflusses einer Abfindung
Der BFH hat mit Urteil vom 11.11.2009 (Az.: IX R 1/09) entschieden, dass es zulässig ist, den Zufluss einer Abfindung anlässlich der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses steuerwirksam zu gestalten, indem die Fälligkeit der Abfindung vor ihrem Eintritt hinausgeschoben wird.
Die Beurteilung des BFH stützt sich darauf, dass die Besteuerung bzw. der Besteuerungszeitpunkt bei solchen Zahlungen vom jeweiligen Zuflusszeitpunkt abhängt.
Grundlage für dieses Urteil war die Fälligkeitsbestimmung in einer Betriebsvereinbarung für die (Teil-)Abfindungsleistung beim Ausscheiden eines Arbeitnehmers. Darin wurde die Fälligkeit der Abfindung zunächst auf einen Tag im November des Streitjahres 2000 festgelegt. Wegen der steuergünstigeren Gestaltung wurde im Interesse der betroffenen Arbeitnehmerin der Eintritt der Fälligkeit einvernehmlich auf den Januar des Folgejahres 2001 hinausgeschoben. Auch die Auszahlungund damit der Zufluss erfolgte in diesem Fall erst im Jahr 2001
März 15th, 2010 von
RAin Petra Huber | Arbeitsrecht , Steuerrecht
Unfall mit dem Mietwagen? Meist besser mit Polizei.
Der BGH hat in einem Urteil vom 02.12.2009 entschieden, dass Mietwagenfirmen in ihren AGB wirksam vereinbaren können, dass bei Unfällen die Polizei hinzugezogen werden muss. Unterlässt der Mieter dies, so ist er zur Zahlung des gesamten Schadens über die vereinbarte Selbstbeiteiligung hinaus verpflichtet.
Sollte die Polizei die Aufnahme des Unfalles verweigern, weil es sich um einen bloßen Blechschaden handelt, so ist auch dies vom Mieter zu dokumentieren und ggf. im Verfahren zu beweisen.
März 11th, 2010 von
RA Carsten Krois | Verbraucherrecht , Verkehrsrecht
Geschwindigkeitsmessung durch Videoaufzeichnung
Das OLG Hamm hat in einem Beschluss die Rechtmäßigkeit der Geschwindigkeitsmessung durch Videoaufzeichnung mit dem System VKS 3.1 der Firma Vidit bestätigt. Aufgrund der automatischen Verstoßvorselektierung sei ein Verstoß gegen die informelle Selbstbestimmung nicht gegeben, da personenbezogene Daten nur bei konkretem Verdacht aufgezeichnet werden. Das OLG Oldenburg sah dies für das System VKS 3.0 anders.
März 10th, 2010 von
RA Carsten Krois | Strafrecht , Verkehrsrecht , Verwaltungsrecht
BAG entscheidet über streikbegleitende „Flashmob-Aktion“
Die Klage eines Arbeitgeberverbands, mit welcher der Gewerkschaft ver.di der Aufruf zu „Flashmob-Aktionen“ im Einzelhandel untersagt werden sollte, wurde vom Ersten Senat des Bundesarbeitsgerichts mit Urteil vom 22.09.2009 (- 1 AZR 972/08 – ) abgewiesen.
Grund für die Klage war eine von der Gewerkschaft organisierte einstündige Aktion, bei der ca. 40 Personen überraschend eine Einzelhandelsfiliale aufgesucht hatten und durch den koordinierten Kauf von „Pfennig-Artikeln“ Warteschlangen an den Kassen verursachten. Außerdem wurden auch mit Waren vollgepackte Einkaufswagen von den Flashmob-Teilnehmern stehen gelassen.
Das BAG vertritt in seiner Klageabweisung u.a. die Auffassung, dass für die Beurteilung der Angemessenheit einer solchen gewerkschaftlichen Arbeitskampfmaßnahme von wesentlicher Bedeutung ist, ob für den Arbeitgeber hier Verteidigungsmöglichkeiten bestehen. Im Einzelhandel kann sich ein Arbeitgeber gegen eine „Flashmob-Aktion“ jedenfalls dadurch zur Wehr setzen, dass er von seinem Hausrecht Gebrauch macht oder eine kurzfristige Betriebsschließung veranlasst, so die Ansicht des BAG.
März 10th, 2010 von
RAin Petra Huber | Arbeitsrecht
Aktueller Verbraucherpreisindex veröffentlicht
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat den aktuellen Verbraucherpreisindex veröffentlich. Demnach betrug die Preissteigerung von Januar 2009 zu Januar 2010 0,8%. Dieser Index ist u.a. die Grundlage zur Anpassung von Leibrenten u.ä.
Nähere Informationen gibt es dirket beim Statistischen Bundesamt (Link)
März 9th, 2010 von
RA Carsten Krois | Allgemein , Familienrecht , Verbraucherrecht
Die Vorratsdatenspeicherung ist in der momentanen Ausgestaltung verfassungswidrig
Dies hat das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 02.03.2010 festgestellt.
Damit ist das Thema Vorratsdatenspeicherung allerdings nicht endgültig erledigt, vielmehr muss man gespannt sein, wie die Politik, die Forderungen des Bundesverfassungsgerichtes und der Richtlinie 2006/24/EG umsetzt.
Link zum Urteil im Volltext
März 3rd, 2010 von
RA Carsten Krois | IT & TK Recht , Verbraucherrecht
Neues Versicherungskennzeichen
Seit dem 01.03. 2010 ist es wieder soweit, alle Fahrzeuge die mit einem so genannten Versicherungskennzeichen unterwegs sind, müssen nun das aktuelle – für 2010 in der Farbe grün gehaltene – Versicherungskennzeichen anbringen.
März 2nd, 2010 von
RA Carsten Krois | Verkehrsrecht